Posts mit dem Label Norddeutsche Küche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Norddeutsche Küche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 2. November 2015

Back to the 80s

Erinnert Ihr Euch noch an DAS Partygetränk der 80er?



Keine Fete ohne Schwarze Sau -  zumindest hier bei uns im Norden




Super einfach herzustellen.




Alles, was man braucht, sind Wodka und "Türkisch Pfeffer".




"Türkisch Pfeffer" - das sind Salmiak-Lakritzbonbons nach dänischer Rezeptur. Echt stark steht auf der Packung. Erwachsenen Lakritz - kein Kinderlakritz!  Wer "Türkisch Pfeffer" kennt, weiß, warum die Warnung auf der Packung steht ;)





Ich weiß aber gar nicht, ob man die überhaupt überall in Deutschland bekommt?





Einfach die Bonbons (400g) in einem Liter Wodka 1-2 Tage stehen lassen.
Hin und wieder umrühren, die Bonbons lösen sich komplett auf.




Ganz einfach!



Und soooo lecker!






Aber Vorsicht beim Genießen! Man vergisst schnell, dass man eigentlich fast puren Wodka trinkt. Das hat früher schon so manch einen aus den Puschen gehauen.



Schwarze Sau - entweder man liebte oder hasste sie...


Montag, 15. September 2014

Vom täglich Brot der Matrosen


Labskaus gehört in den nordischen Küstenregionen zu den kulinarischen Heiligtümern.

Früher ein reines Seefahrergericht, ist Labskaus heute ein beliebtes, deftiges Eintopfgericht, das überall an den norddeutschen Küsten auf vielfache Art zubereitet wird.

Ursprünglich ging es in der Zeit der Segelschifffahrt nur darum, das Pökelfleisch, das wegen seiner Haltbarkeit an Bord genommen wurde, mit anderen Dauervorräten zu einem sättigenden Gericht zu verarbeiten. Kleingehackt oder gestampft konnten darunter auch einmal Vorräte minderwertiger Qualität verarbeitet werden.
Klar, dass auf machen Schiffen gelästert wurde: "Alles, was ein Seemann im Lauf der letzten Woche verloren hat, findet er im Labskaus wieder".




Labskaus ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache, und so stellt sich manch einer wohl die Frage: "Kann man das essen?"
Ja, kann man! Aber als meine Kinder noch kleiner waren, haben sie sich auch schlicht weg geweigert, Labskaus auch nur zu probieren. Heute ist es aus meiner Küche gar nicht mehr wegzudenken.

Es gibt unzählige Variationen des Gerichts. Hier mal unser "Familienrezept", das auf diese Weise schon früher von meiner Oma so gekocht wurde.

1 Dose Cornedbeef (statt Pökelfleisch)
4 hartgekochte Eier
6 Gewürzgurken
10 mittelgroße Kartoffeln
ca. 100ml Kartoffelkochwasser
ca. 100ml Milch




Zubereitung:
Kartoffeln schälen und in Salzwasser 25 Minuten gar kochen. Abgießen, dabei etwas Kartoffelwasser auffangen. Eier, Gurken und Cornedbeef in kleine Würfel schneiden und zu den Kartoffeln geben. Kartoffelwasser und Milch unterrühren und alles mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken, bis ein sämiger Brei entstanden ist.




Dazu gibt es Rote Bete, Gewürzgurken, Rollmops, Bismarckhering oder Matjes und Spiegeleier.




So schmeckt der Norden!



Und wir werden jetzt noch ein bißchen das schöne Wetter genießen!





♥♥♥


Montag, 26. August 2013

Gurkenzeit

Im Gewächshaus meines Schwiegervaters sieht es zur Zeit so aus:



Und weil er diese Mengen nicht allein verzehren kann (und meine eigene Ernte im Gewächshaus wieder mal sehr sehr spärlich ausfällt), bekomme ich immer reichlich Tomaten und Gurken von ihm ab.




Wie gut, dass wir alle so gern Gurkensalat essen.



 
Aber einige Salatgurken habe ich auch in diesem Jahr wieder eingekocht.

Hier mein Rezept für eingelegten Gurkensalat dänische Art (süß-sauer)

2,5 kg Salatgurken
Salz
3/4 l Weinessig
750g Zucker
1/2 L Wasser
1 TL Senfkörner
1 TL weißer Pfeffer
1 Zwiebel



Gurken in Scheiben hobeln, salzen und zugedeckt mindestens eine Stunde stehen lassen. Dann den Saft abgießen und die Gurken in Gläser schichten.
Weinessig mit Wasser, Zucker, Senfkörnern, Pfeffer und der in Würfel geschnittenen Zwiebel aufkochen. Den Sud über die Gurken gießen und die Gläser verschließen.
Gläser in eine Saftpfanne in den Backofen stellen (so, dass man auch die Gläser in der hinteren Reihe gut sehen kann) und Wasser dazu gießen, bis es 2 cm hoch in der Saftpfanne steht. Bei 200° so lange erhitzen, bis in allen Gläsern Perlen aufsteigen. Ofen ausschalten und die Gläser nach 30 Minuten heraus nehmen.


Lecker zu Hot Dogs oder Hamburgern.

Wer's weniger sauer oder süß mag, nimmt eben entsprechend weniger Essig oder Zucker.

Laßt Euch die Gurkenzeit schmecken!







Dienstag, 16. April 2013

Heringsschwärmereien

Jedes Jahr von April bis Anfang Mai ziehen riesige Heringsschwärme zum Laichen zu uns in die Schlei. Angler, die dann Unmengen von diesen Fischen aus der Schlei ziehen, zieren dann das Hafenbild von der kleinen Stadt Kappeln, die den Hering traditionell mit den so genannten Heringstagen feiert. Das ist ein viertägiges Volksfest am Himmelfahrtswochenende mit Veranstaltungen, Livemusik und, und, und.


Und jedes Jahr ist auch Kind 1 zusammen mit seinem Freund unter den Anglern und hofft, mit fetter Beute nach Hause zu kommen. Und so war es auch in diesem Jahr.




Unschön und blutig geht's allerdings beim Ausnehmen der Fische zu.




Da bin ich froh, dass Kind 1 und Herr Wollwerkstatt diese Aufgabe übernehmen.




Meine Aufgabe ist es dann, die Küche wieder sauber zu machen und die Heringe zuzubereiten.




Mit viel frischen Kräutern ab in den Ofen.

Einen leckeren Tomatensalat zaubern,




Grillkartoffeln und Sour Creme dazu,




und sich die goldenen Heringe schmecken lassen.





Ein Muss sind natürlich auch in Sauer eingelegte Bratheringe.
Heringe würzen und in Mehl wenden.




In einer Pfanne golbgelb braten




und mit einem Essig-Zwiebel-Gewürz-Sud übergießen. So sind sie im Kühlschrank ein paar Tage haltbar.



Dazu gibt's traditionell Bratkartoffeln und Bier.


Und Ihr? Mögt Ihr Heringe?









Mittwoch, 6. Februar 2013

Rode Grütt

Rode Grütt! Rode Grütt!
Kiek mal, wat lütt Hein hüüt itt.
All´ns rundüm hett he vergeten.
Rode Grütt, dat is en Eten!
***

Wir waren letzten Sonntag zu einem Geburtstagsfrühstück in einem schicken Restaurant in Kappeln eingeladen.



Neben dem Geschenk gab's von uns natürlich auch noch ein "Dankeschön-für-die-Einladung":

Rote Grütze und Apfelgrütze to go.






Rode Grütt ist eine typische norddeutsche und skandinavische Spezialität. 

Ihr braucht

1 Glas Kirschen
2 Packungen TK Erdbeeren
1 l schwarzen Johannisbeersaft
2 Packungen Rote Grütze Himbeergeschmack
Zucker nach Packungsanweisung

Die Erdbeeren auftauen lassen. 
Rote Grütze nach Packungsanweisung mit dem Johannisbeersaft zubereiten. 
Die abgetropften Früchte unterheben, in eine Schüssel füllen und erkalten lassen.

***
Rode Grütt wird als Dessert klassisch entweder mit flüssiger gesüßter Sahne oder mit Vanillesauce gegessen.
Wir essen sie am liebsten mit kalter Milch und zerbröseltem Zwieback.





Oder, wenn zum Mitnehmen gedacht (als Mittagessen ins Büro oder so), die Grütze direkt nach dem Kochen noch heiß in Gläser füllen, fest verschließen und die Gläser 5 Minuten auf den Kopf stellen.
Zwieback in kleine Tüten füllen, mit einem Band zusammenbinden und am Glas anbringen.
Einen Löffel mit einem Klebefilm auf dem Deckel festkleben.
Vanillesauce oder Milch müßte man dann in einem Extrafläschchen transportieren.



Rode Grütt von Claus Groth


Rode Grütt,Rode Grütt,
kiek mol wat lütt Hein hüüt it,
all’ns ründüm hett he vergeten,
Rodegrütt,dat is een Eeten.
Rodegrütt!

In de School de letzte Stünn,
kunn he sick op nix besinn’n,
un in bookstabeern un Lesen,
is he lang so dumm nich wesen.
Man he keem bi dat un Düt,
jümmer mang de Rode Grütt.

Na lütt Heini,noch ‚n beten,
Mudder hett hüt veel to möten,
Hans un Hein un Stien un Greet,
eet,as güng dat üm de Wett.
Rodegrütt!

Leddig is de grote Grapen,
Greten ielt em uttoschrapen,
Heini man,de lütte Deef,
hölt mit beide Hann’n den Schleef.
Wat dor allns noch binnen sitt.
Rodegrütt


 


Samstag, 19. Januar 2013

Wenn man

durch die weisse Schneelandschaft gestapft ist,





damit sich die Fellnase so richtig austoben kann,






man dabei den eisig wehenden Wind tapfer ertragen hat,





damit ER seinen Spaß hatte,





dann darf man sich zu Hause zum Aufwärmen doch auch mal was Feines gönnen, oder?


Bildunterschrift hinzufügen


Und deshalb hab' ich mir heute mal einen PHARISÄER zubereitet (Ich muss ja nicht mehr autofahren *gg*)

Für 4 Portionen braucht Ihr ca. 125g Schlagsahne, 1/2 l sehr starken Kaffee, etwa 1/8 l Rum und Zucker nach Belieben.

Sahne steif schlagen, Rum anwärmen. Den sehr heißen Kaffee in Tassen füllen, 3-4 cl Rum hineingeben, Zucker nach Geschmack einrühren und Schlagsahne als Häubchen darauf verteilen. Wer mag, kann die Sahne noch mit Mandelblättchen bestreuen.




Getrunken wird der Pharisäer "durch die kalte Sahne", d.h., er wird nicht umgerührt.

Der Pharisäer soll ja anno dazumal in Nordfriesland, genauer gesagt auf der Insel Nordstrand, erfunden worden sein. Bei einer Kindstaufe traute man sich nicht, Hochprozentiges anzubieten, solange der Pastor dabei war, weil er schon so oft gegen den Verzehr von Alkohol gewettert hatte. Der pfiffige Gastgeber kam deshalb auf die Idee, Rum in den Kaffee zu geben und obendrauf eine dicke Schicht geschlagene Sahne zu setzen, damit man nichts roch.
Der Pastor merkte gottlob auch nichts - bis ihm aus Versehen eine "hochprozentige" Tasse gereicht wurde. Er begriff sofort und rügte nach einem prüfenden zweiten Schluck: "Was seid Ihr doch für Pharisäer!"         


(aus dem Norddeutschen Küchenkalender von Metta Frank und Marieluise Schultze)







Montag, 7. Mai 2012

Rhabarberernte


Mit den ersten „Früchten“ des Jahres hat die Einmachzeit wieder begonnen. Der erste Rhabarber, der ja eigentlich zu den Gemüsen zählt, kann geerntet werden. 





Klar, dass die ersten Rhabarbermarmeladen schon gekocht wurden!



Aber worauf sich meine Familie im Mai immer besonders freut, ist die Rhabarbergrütze, gekocht nach einem alten Rezept meiner Oma.




Gerade bei sommerlichen Temperaturen (die hoffentlich bald wieder kommen) ein ideales Mittagessen. Oder auch zum Frühstück, oder nachmittags zum Kaffee, oder zum Picknick, oder einfach zwischendurch…




Dazu leckerer Zwieback und natürlich Milch!





Laßt es Euch schmecken!

Eure Maike

Montag, 10. Oktober 2011

Rübenmus

Jetzt im Herbst ist endlich wieder die Zeit der Suppen und Eintöpfe. Beim letzten Marktbesuch habe ich mir eine Steckrübe mitgenommen




und am Wochenende daraus ein typisch norddeutsches Gericht gekocht:


Holsteiner Rübenmus


Zubereitung

Steckrübe, Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln würfeln. Zwiebelnwürfel im Schmalz andünsten, das Gemüse darauf geben und kurz anschwitzen. Mit Wasser bedecken,  Lorbeerblätter dazugeben und etwas salzen. Dicke Rippe im Stück darauflegen und ½ Stunde im Schnellkochtopf kochen. Kochwürste dazugeben und noch weitere 15 Minuten ziehen lassen. 
Würste und Fleisch herausnehmen und warm stellen. Das Gemüse abgießen, etwas Brühe dabei auffangen. Das Gemüse wieder zurück in den Topf geben und mit einem Stampfer  zu Mus stampfen. Bei Bedarf etwas von der abgetropften Brühe hinzugeben und die  Butter einrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Mit Senf zum Fleisch servieren.

Jede norddeutsche Familie hat wohl ihr eigenes Rübenmus-Rezept. Meine Oma hat noch immer eine Schweinebacke mitgekocht, aber die mögen wir nicht, daher lasse ich sie weg. Und meine Schwiegermutter nimmt statt frischer Dicker Rippe ein Stück Kasseler.  

Aber wie auch immer: Rübenmus ist wohl in fast jeder Familie hier der Klassiker im Herbst.

Ich wünsche Euch einen schönen Start in die neue Woche (bei uns haben heute die Herbstferien angefangen *juhu*).